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Welches ist das beste iPad für’s Cockpit?

Jeder Flugschüler kriegt immer noch die Navigation mittels Papier ICAO Karten beigebracht, doch spätestens, wenn die Flugschule verlassen wurde, switchen die meisten Piloten auf das iPad um. Seit seiner Einführung am 03. April 2010 hat sich das Tablet immer weiter entwickelt.
In Sachen Speicherkapazität, Prozesseorleistung, Bildschirmauflösung und Verbindungsmöglichkeiten sind die heutigen iPads nicht mehr mit ihren Vorläufern zu vergleichen. 

ipad mini cockpit mounted
iPad Mini im Cockpit montiert

Die „Pro-Modelle“ stellen dabei die Spitze der Entwicklung dar und werden allen Anforderungen eines modernen Piloten gerecht (meistens übertreffen sie diese sogar). Dennoch gibt es beim Kauf eines iPad für den Einsatz im Cockpit einige Dinge die beachtet werden sollten. 
In diesem Artikel gehen wir auf die Unterschiede der einzelnen Modelle ein. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit der Möglichkeit ein gebrauchtes oder überholtes iPad zu kaufen, was eine super Möglichkeit zum Geld sparen ist.

iPad Pro, iPad oder iPad Mini?

Apple bietet derzeit 5 unterschiedliche iPad-Modelle an:

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Verschiedene Größen des iPad

Das iPad 10.2“ (gut geeignet), das iPad Air 10.5“ (besser) und das iPad Pro 11“ (am besten) haben nahezu die gleichen Außenabmessungen. Alle der genannten iPads funktionieren wunderbar mit fast jeder auf dem Markt verfügbaren Luftfahrt-App.

Die größeren iPads von 10,2 Zoll bis 11 Zoll sind insgesamt natürlich größer. Wobei sie fast genauso groß sind, wie die ursprünglichen iPads, dem Nutzer dabei aber mehr Bildschirmfläche zur Verfügung stellen.

Das iPad Pro 11“ verbessert das ursprüngliche iPad Pro 10.5“-Design durch einen großen Edge-to-Edge Display, einen Hochleistungsprozessor und FaceID, um das Gerät schnell entsperren zu können. Das Liquid Retina Display ist hochauflösend und mit einer Antireflexionsbeschichtigung versehen.

iPad Pro als zweiter Bildschirm

Das neueste iPad Pro 12.9“-Modell stellt eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen iPad Pro 12.9“ dar. Es ist um 25% kleiner, aber aufgrund des randlosen Bildschirms hat es die gleiche Bildschirmgröße, wie sein Vorgänger.
Der Platzbedarf des 12.9“ entspricht ungefähr, der einer A4 Seite und passt somit wunderbar in jedes Cockpit.
Es hat im Vergleich zu den anderen Modellen natürlich einen ordentlichen Aufpreis, aber wir können es jedem Empfehlen, der die größtmögliche Bildschirmfläche wünscht.

iPad Pro fest eingebaut
iPad Pro fest eingebaut

Das iPad Air 10.5“ ist im Wesentlichen eine leistungsstärkere Version des ursprünglichen iPad Pro 10.5“ mit dem leistungsstarken A12-Prozessor von Apple. Dies bietet eine Leistung, die in etwa der des neuen Pro-Modells entspricht, aber bei weitem nicht so viel Kostet.

Das budgetfreundliche Modell, das jetzt nur noch als „iPad“ bezeichnet wird, ist definitiv kein schlechter Deal und es wurde erst vor kurzem mit einem größeren 10.2-Zoll Display und der Apple-Pencil-Unterstützung nachgerüstet. Mit gerade mal der hälfte des Preises eines Pro-Modells ist es wirklich ein guter Kauf, dennoch sollte kein Zweifel daran bestehen, dass die anderen Mini, Air und Pro-Modelle beim Fliegen mit grafikintensiven Luftfahrt-Apps eine deutliche bessere Leistung bieten.

Das Mini für Cockpits mit wenig Platz

Wenn du ein Tablet mit geringem Platzbedarf suchst, solltest du das iPad Mini in Betracht ziehen. Mit seinen 20cm x 13,4cm passt es perfekt in jedes auch noch so kleine und enge Cockpit. Gerade in Schulungsflugzeugen und ULs ist es der ideale Begleiter.
Es läuft mit der gleichen Auflösung wie die anderen größeren Modelle, so dass alle derzeit verfügbaren iPad-Apps damit kompatibel sind. 2019 wurde es mit dem neuen A12-Hochleistungsprozesser ausgestattet und hat damit fast die Leistung eines Pro-Modells. Der Display des Mini hat eine Antireflexionsbeschichtung, die viele Piloten im Cockpit als sehr nützlich empfinden werden.

Wenn du ein älteres iPad 3,4, Air 1, Air 2 oder Mini 4 verwendest, ist es – glauben wir – langsam an der Zeit, ein Upgrade in Betracht zu ziehen.
Während die meisten Apps weiterhin auf diesen Modellen laufen, ist der Prozessor doch deutlich langsamer, was man beim schnellen Wechseln der Kartenansichten spürbar merkt.
Außerdem läuft die neurste Version der iOS-Plattform von Apple nicht auf dem ursprünglichen iPad 1-3.

Nur Wi-Fi oder Wi-Fi + Cellular?

Nachdem du dich jetzt für eine Größe entschieden hast, bleibt die Frage der Konnektivität. Das ist eigentlich eine einfache Entscheidung, da es nur zwei Alternativen gibt. Allerdings gibt es einige Begriffe, die wir zunächst erläutern sollten.

Es gibt im Grunde genommen zwei Modell-Typen an iPads. Welche mit „Cellular“ wie es Apple nennt und ohne. Cellular steht hier für die Möglichkeit eine SIM-Karte einzusetzen und somit mobilen Internetempfang (LTE) zu haben.

Wichtig bei der Entscheidung, ob dein Tablet eine mobile Datenverbindung braucht oder nicht, ist dabei zu wissen, dass nur Modelle mit „Celullar“ auch ein GPS integriert haben. Wenn du also dein Pad für die Kartendarstellung nutzen willst und dort deine aktuelle Position angezeigt werden soll, brauchst du ein Modell mit GPS und somit mit der Datenverbindung.

Wetter im Cockpit mittels Datenfunk
Wetter im Cockpit mittels Datenfunk

Da das GPS des iPad komplett autark von den Mobilfunkdaten arbeitet, ist es für den Empfang der GPS-Daten nicht erforderlich, dass eine funktionierende SIM-Karte eingelegt ist. Du kannst es also mit GPS nutzen, ohne dass du einen Mobilfunkvertrag abgeschlossen hast.

Solltest du dir jetzt auf jeden Fall das iPad mit internem GPS kaufen? Nun, für den Aufpreis eines „Cellular“-Modells, kannst du auf dem Markt auch durchaus externe GPS-Geräte kaufen, die teilweise präziser und zuverlässiger Arbeiten als das interne. Gleichzeitig ist ein externes GPS, ein weiteres Gerät, was du mitnehmen, anschließen und im Flugzeug verstauen musst.
Wir empfehlen dir das Modell mit Mobiler-Datenverbindung dann, wenn du gleichzeitig auch diese Funktionalität nutzt und zum Beispiel in der Luft Wetterdaten etc. abrufen willst.

Speicherkapazität des iPad

Die Speicherkapazität ist ein weiterer wichtiger Faktor bei der Auswahl des richtigen iPads für dein Cockpit. Das Einsteiger iPad ist in zwei Größen erhältlich, 32 GB oder 128 GB.
Die neueren Modelle des Mini und Air haben einen Speicher von 64 GB oder 256 GB.
Die Pro-Modelle gehen nochmal darüber hinaus und haben 512 GB bis zu 1 TB an Speicherkapazität.

Was davon brauchst du jetzt?
Nun der Download aller VFR- und IFR-Karten für den Europäischen Luftraum liegt je nach Anbieter bei ungefähr 20 GB, so dass dir selbst das Einsteiger Modell ausreichen sollte. Wenn du aber vielleicht noch weitere Daten, wie weitere Geländedetails, Synthetic-Vision oder eigene PDF runterladen willst, kann es knapp werden.
Vor allem solltest du auch entscheiden, ob du das Tablet nur zur Nutzung im Flugzeug haben willst, oder ob du es auch für andere Anwendungen gebrauchen wirst.

Fazit

Die gute Nachricht ist, dass jedes iPad-Modell für Piloten geeignet ist. Von daher kannst du keine schlechte Wahl treffen. Aber es gibt definitiv einige bessere Alternativen als andere.
Welches Modell empfehlen nun wir?
Unsere Erfahrungen sagen uns, dass das 11-Zoll-Pro (nur mit WiFi) mit 256 GB die ideal Wahl darstellt.
Wenn du nicht so viel investieren möchtest ist das iPad 10.2“ mit WiFi und 128 GB eine großartige und preisgünstige Alternative. Es kostet nur fast die Hälfte des Pro-Modells.
Für die UL Flieger unter uns hat sich das Mini 5 als herausragend herausgestellt, da es ein sehr gutes Bild, mit optimaler Prozessorleistung auf kleinsten Raum kombiniert und überall im Cockpit integriert werden kann.

Wer das ultimative Glasscockpit sucht, kann natürlich das 12,9-Zoll-iPad Pro nehmen. Es ist mit Abstand das teuerste Modell und wahrscheinlich nur für diejenigen geeignet, die unbedingt einen großen Bildschirm haben wollen und vor allem auch den entsprechenden Platz im Cockpit dafür haben.

Unsere Empfehlung ist definitiv sich die Option des iPad ohne GPS zuzulegen, da es eine menge guter externer GPS-Empfänger gibt, die deutlich zuverlässiger und präziser arbeiten, als das integrierte iPad GPS.

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