Mein erstes Fly-In: das Yak-Treffen in Gelnhausen
Mein erstes eigenes Fly-In war das Yak-Treffen in Gelnhausen, kurz nach der Corona-Pandemie. Die große Flugplatzkerb fiel in diesem Jahr aus – das Yak-Treffen war quasi der kleine Bruder davon. Trotzdem war einiges los, und in der Platzrunde musste man wirklich aufpassen, wie man sich einfädelt. Da wir früh angereist sind, hatten wir nur mit normalem Platzrundenverkehr zu tun – überschaubar, aber schon ein guter erster Eindruck davon, wie viel bei einem Fly-In in der Luft los sein kann.
Der Moment, in dem es richtig mulmig wurde
Richtig mulmig wurde mir erst beim Fly-In des Bayerischen Luftsportverbands auf Burg Feuerstein. Wir kamen praktisch in der Rush-Hour an – von links, rechts, oben, unten kamen Flugzeuge. Manche konnte man auf dem Kollisionswarner sehen, manche nicht.
Daraus habe ich zwei Lehren gezogen:
- Ein guter Kollisionswarner ist Pflicht. Gerade bei einem Fly-In mit viel Verkehr aus allen Richtungen macht er den entscheidenden Unterschied zwischen Ahnung und Überraschung.
- Die Anreisezeit gut planen. Wer früher oder später als der Hauptstrom ankommt, hat es deutlich ruhiger. Die Rush-Hour rund um die Kernzeiten ist genau der Moment, in dem die meisten Flugzeuge gleichzeitig in der Platzrunde sind.
Vorbereitung: Briefing, NOTAMs und Slot-Regelungen
Zur Vorbereitung gehört immer, die Briefing-Unterlagen auf der Website des Veranstalters zu checken. Bei der letzten Flugplatzkerb in Gelnhausen wurden einige Piloten von einer Slot-Regelung überrascht – und konnten in der Folge gar nicht mehr anfliegen. Manche Fly-Ins führen für die Veranstaltung außerdem ein PPR ein, obwohl der Platz sonst keine PPR-Pflicht hat.
Deshalb: immer NOTAMs prüfen und die Website des veranstaltenden Flugplatzes genau lesen – auch wenn man den Platz eigentlich schon kennt. Für ein Fly-In gelten oft andere Regeln als im Alltagsbetrieb.
Wo schläfst du? Camping unter der Fläche
Bei vielen Fly-Ins ist Camping unter der eigenen Tragfläche erlaubt und Teil des Erlebnisses. Manche Flugplätze schließen das aber aus – dann braucht es eine Unterkunft und einen Transport dorthin. Auch das steht in der Regel auf der Website des Veranstalters.
Wer unter der Fläche campen will, sollte auf möglichst leichtes Equipment achten: ein leichtes Zelt, eine gute Isomatte, ein guter Schlafsack – und das Ganze so kompakt wie möglich, schließlich muss es mit ins Flugzeug.
Verpflegung gibt es bei den meisten Fly-Ins direkt vor Ort.
Die wichtigste Regel des Abends: 8 hours bottle to throttle
Egal wie gut die Party am Vorabend war: Beim Alkoholkonsum ist Vorsicht angesagt. Es gilt die bekannte Regel „8 hours from bottle to throttle“ – und wenn es gefühlt etwas mehr war, lieber noch ein paar Stunden draufschlagen und den Abflug am nächsten Tag in die späteren Stunden verlegen. Ein Fly-In ist erst dann gut gelaufen, wenn auch der Rückflug sicher war.
Fazit
Ein Fly-In lebt von guter Vorbereitung: Briefing-Unterlagen und NOTAMs checken, die eigene Anreisezeit bewusst wählen, sich um Unterkunft oder Camping-Equipment kümmern – und abends maßvoll bleiben. Der Rest ist einfach: Spaß haben, nette Leute treffen, Flugzeuge gucken.